Es ist eine zum Himmel stinkende Ungerechtheit, dass Studierende aus nicht-EWR Ländern (die in der Mehrzahl nicht gerade in den reichen Regionen dieses Planeten liegen) in Österreich die doppelte Höhe der Studiengebühren bezahlen müssen.
Nun überlegt das Ministerium es den Universitäten freizustellen, Studiengebühren in beliebiger Höhe von dieser Studierendengruppe zu verlangen. Wohlgemerkt in einer Situation, wo dasselbe Ministerium die Universitäten durch knappe Budgets dazu zwingt, eben jene Gebühren zu erhöhen.
http://derstandard.at/?url=/?id=3306137
Saturday, April 19, 2008
was auf uns zukommt (1)
Einige der vom Ministerium geplanten Änderungen scheinen bereits sehr konkret zu sein:
Studienrecht:
Studienrecht:
- Die Dauer der Baccalaureatsstudien soll "flexibler" gestaltet werden: Konkret heißt das, dass die Universitäten selbst festlegen können, ob Baccalaureatsstudien 3 oder 4 Jahre dauern (intern wird sich das wohl das Rektorat mit der Curricularkommission ausmachen müssen). Derzeit sind sie im Gesetz auf 3 Jahre festgelegt. (Das ist von den Rektoraten und Senaten oft gewünscht worden.)
- Bacc, Master und Ph.D. Studien sollen nicht in Abschnitte gegliedert werden dürfen. (Was eigentlich nur für Stipendien von Bedeutung ist..)
- Für die Zulassung zum Masterstudium sollten Zusatzprüfungen verlangt werden dürfen, wenn die/der StudentIn das Bakk. in einem "fremden" Fach abgelegt hat.
- In der Kompetenzverteilung zwischen Rektorat, Senat und Unirat versuchen ebendiese bereits seit Monaten (wenn nicht Jahren) ihren Einfluss zu stärken. Eine schwächung des Senates zu Gunsten des Unirates und des Rektorats scheint warscheinlich. Das ist eine weitere Schwächung des letzten gewählten Kollegialorgans der Universität. Hier dürfte das letzte Wort aber noch nicht gesprichen sein.
Der Zeitplan zur UG Novelle
Bereits seit einiger Zeit ist bekant, die UG Novelle im Herbst im Ministerat ab zusegenen. Nun liegt der konkrete Zeitplan vor. Der Entwurf soll bereits in zwei Wochen in Begutachtung geschickt werden.
- Begutachtung spätestens ab Anfang Mai (dauert 8 Wochen)
- Juli bis September: Überarbeitung
- Oktober bis Dezember: Ministerrat, parlamentarische Behandlung
- Beschlussfassung und Veröffentlichung vor Ende des Jahres
Thursday, April 10, 2008
die SPÖ und Studiengebühren
Sie SPÖ bringt einen Antrag gegen Studiengebühren ein. Dass es sich dabei nur um Ankündigungen handelt, dieser Antrag gleich einmal in einem Ausschuss verschwindet, und die SPÖ solange die Koalition hält auch nicht daran denkt dem eigenen Antrag zuzustimmen wird wohl niemanden verwundern.
Trotzdem sollten wir ihnen für diesen Antrag dankbar sein: Brokal und Co. bringen das Thema Studiengebühren wieder auf den Tisch, und versperren sich selbst und ihrer Partei den Weg zur deren entgültiger Akzeptanz (zumindest ohne Gesichtsverlust).
Trotzdem sollten wir ihnen für diesen Antrag dankbar sein: Brokal und Co. bringen das Thema Studiengebühren wieder auf den Tisch, und versperren sich selbst und ihrer Partei den Weg zur deren entgültiger Akzeptanz (zumindest ohne Gesichtsverlust).
Zugangsbeschränkungen für Master?
Unser allseits geliebter Minister Hahn gab gestern abend in einem Gespräch mit dem "Klub der Bildungs- und Wissenschaftsjournalisten" seine Ansichten und Ideen zu geplanten und zukünftigen Unireformen zum besten, dabei waren auch einige konkrete Festlegungen:
Die von den Rektoren geforderte Freigabe der Zugangsbeschränkungen sieht Hahn zwar positiv, will dieses heiße Eisen bei der kommenden Unireform aber noch nicht angreifen ("abwarten, bis der Bachelor sich etabliert hat, und die Wirtschaft die AbsolventInnen einstellt" und "in etwa 5-10 Jahren"). Es bleibt zu hoffen, dass er dies im Juni auch noch so sieht. Hahn deutet auch an, dass die SPÖ sich bei diesem Thema querlegt ("Dissens"); es könnte also auch sein, dass Hahn hier die Not zur Tugend macht.
Auch der alte konservative Weißheit, dass ja "ned a jedes ArbeiterInnenkind studieren muss" hängt Hahn - in leicht aktualisierter Form - noch an:
"nicht jeder müsse mit bestemm studieren, auch wenn er gar nicht dafür geeignet ist."
Auskunft über Änderungen der Universitätsorganisation ("Governance") gab heute sein gegenüber Brokal (immer noch SPÖ Wissenschaftssprecher): Die SPÖ hätte eine Abwertung des Senats verhindert, dafür gäbe es Erleichterungen bei der ersten Wiederwahl des Rektors. Hahns Version klingt allerdings anders: bereits vor der behandlung im Senat soll ein dreiköpfiges Gremium aus Uniratsvorsitzenden und je einem Mitglied des Senats und des Unirats die eingelangten Bewerbungen sichten, und einen zumindest drei Personen umfassenden Vorschlag an den Senat übermitteln, aus welchem der Senat wiederum drei Personen auswählt und dem Unirat übermittelt.
Die von den Rektoren geforderte Freigabe der Zugangsbeschränkungen sieht Hahn zwar positiv, will dieses heiße Eisen bei der kommenden Unireform aber noch nicht angreifen ("abwarten, bis der Bachelor sich etabliert hat, und die Wirtschaft die AbsolventInnen einstellt" und "in etwa 5-10 Jahren"). Es bleibt zu hoffen, dass er dies im Juni auch noch so sieht. Hahn deutet auch an, dass die SPÖ sich bei diesem Thema querlegt ("Dissens"); es könnte also auch sein, dass Hahn hier die Not zur Tugend macht.
Auch der alte konservative Weißheit, dass ja "ned a jedes ArbeiterInnenkind studieren muss" hängt Hahn - in leicht aktualisierter Form - noch an:
"nicht jeder müsse mit bestemm studieren, auch wenn er gar nicht dafür geeignet ist."
Auskunft über Änderungen der Universitätsorganisation ("Governance") gab heute sein gegenüber Brokal (immer noch SPÖ Wissenschaftssprecher): Die SPÖ hätte eine Abwertung des Senats verhindert, dafür gäbe es Erleichterungen bei der ersten Wiederwahl des Rektors. Hahns Version klingt allerdings anders: bereits vor der behandlung im Senat soll ein dreiköpfiges Gremium aus Uniratsvorsitzenden und je einem Mitglied des Senats und des Unirats die eingelangten Bewerbungen sichten, und einen zumindest drei Personen umfassenden Vorschlag an den Senat übermitteln, aus welchem der Senat wiederum drei Personen auswählt und dem Unirat übermittelt.
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